Braucht eine Unternehmenswebsite ein CMS?

Ein Redaktionssystem ist eine Antwort auf die Frage „wie ändert jemand ohne technische Kenntnisse einen Text“. Wenn diese Frage bei euch nicht gestellt wird, löst ein CMS ein Problem, das ihr nicht habt – und bringt seine eigenen mit.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die entscheidende Frage lautet nicht „welches System", sondern „wer ändert wie oft was".
  • Ein klassisches CMS lohnt sich, wenn mehrere Personen ohne technische Kenntnisse regelmäßig Inhalte ändern.
  • Generierte statische Seiten sind schneller, sicherer und billiger im Betrieb – verlangen aber jemanden, der mit Dateien umgehen kann.
  • Der größte verdeckte Posten eines CMS ist die Wartung: Aktualisierungen, Erweiterungen, Sicherheitslücken.

Die vier Fragen

1. Wer ändert Inhalte?

Eine Person mit technischem Grundverständnis, oder mehrere ohne? Das ist die wichtigste Frage – ein CMS existiert genau für den zweiten Fall.

2. Wie oft?

Mehrmals pro Woche, monatlich oder zweimal im Jahr? Bei seltenen Änderungen ist der Betriebsaufwand eines CMS höher als der Nutzen.

3. Wie viele Seiten, und wie ähnlich?

Zwölf einzelne Seiten oder 200, die aus Vorlagen entstehen? Bei vielen gleichartigen Seiten – etwa Sprachfassungen – ist Erzeugung aus Daten der klare Gewinner, unabhängig vom System.

4. Braucht ihr Funktionen jenseits von Text?

Shop, Anmeldebereich, Buchung, Kundenkonten? Dann führt an einem System mit Datenbank kaum ein Weg vorbei.

Die drei Wege

Klassisches CMSGenerierte statische SeitenBaukasten
Änderung durch Laienjaeingeschränktja
Ladezeitmittel bis langsamsehr schnellmittel
Wartungsaufwandhoch, laufendsehr geringkeiner
Angriffsflächegroßminimalbeim Anbieter
Betriebskostenmittelsehr geringmittel bis hoch
Viele Sprachfassungenmit Erweiterungsehr gutmeist schwach
Ausstiegaufwendigtrivial – Dateienoft schwierig
Shop, Anmeldungjanur mit Zusatzdienstje nach Anbieter

Wusstest du schon?

Der größte Kostenblock eines klassischen CMS ist nicht die Einrichtung, sondern die Wartung: Aktualisierungen des Kerns und der Erweiterungen, Sicherheitsprüfungen, gelegentliche Kompatibilitätsprobleme nach einem Update.

Realistisch sind dafür zwei bis sechs Stunden im Quartal – dauerhaft, ohne dass ein einziger Inhalt besser wird. Wer diese Zeit nicht einplant, betreibt nach zwei Jahren eine Website mit bekannten Sicherheitslücken. Genau dieser Posten fehlt in fast jedem Angebotsvergleich.

Wie generierte statische Seiten funktionieren

Der Ansatz ist einfacher, als der Name klingt: Inhalte liegen als Textdateien vor, ein Programm setzt sie mit Vorlagen zu fertigen HTML-Seiten zusammen, und der Server liefert nur noch fertige Dateien aus.

Daraus folgen die Eigenschaften in der Tabelle:

  • Schnell, weil bei jedem Aufruf nichts mehr berechnet wird.
  • Sicher, weil es keine Datenbank und keinen Anmeldebereich gibt, die angegriffen werden könnten.
  • Günstig, weil das Ausliefern statischer Dateien fast keine Serverleistung braucht.
  • Gut für viele Sprachen, weil dieselbe Vorlage mit verschiedenen Textdateien erzeugt wird.

Der Preis dafür: Wer eine Änderung machen will, arbeitet mit Dateien und stößt den Erzeugungslauf an. Für eine Person mit technischem Grundverständnis ist das eine Frage von Minuten – für jemanden ohne ist es eine Hürde.

Aus der Praxis

Die häufigste Fehlentscheidung ist ein umfangreiches CMS für eine Website, die zweimal im Jahr geändert wird. Es wird eingerichtet, mit Erweiterungen versehen, und danach kümmert sich niemand um Aktualisierungen – weil niemand die Website im Blick hat, wenn sie sich nicht ändert.

Nach zwei Jahren steht dann eine veraltete Installation im Netz, oft mit bekannten Lücken. Für selten geänderte Websites ist die Wartungsfreiheit der stärkste Grund für den statischen Weg – stärker als Ladezeit und Kosten zusammen.

Die Entscheidung in Kurzform

Wenn …… dann
mehrere Personen ohne Technikkenntnis regelmäßig ändernklassisches CMS
eine Person mit Grundverständnis pflegt, viele Sprachengenerierte statische Seiten
selten geändert wird, kein Personal für Wartunggenerierte statische Seiten oder Baukasten
Shop, Anmeldung oder Buchung nötig sindCMS oder Fachanwendung
schnell etwas stehen muss, kein BudgetBaukasten – mit Blick auf den Ausstieg
Tipp Prüft vor jeder Entscheidung den Ausstieg: Bekommt ihr eure Inhalte vollständig heraus – Texte, Bilder, Adressstruktur? Bei Baukästen ist das häufig eingeschränkt, und der Wechsel bedeutet dann Neuaufbau statt Umzug. Diese Frage gehört vor den Vertragsabschluss.
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Unsere Lage:
- Wer ändert Inhalte: [Anzahl Personen, technisches Vorwissen]
- Wie oft wird geändert: [Angabe]
- Anzahl Seiten heute: [Anzahl]
- Sprachen: [Liste]
- Brauchen wir Shop, Anmeldebereich oder Buchung? [ja/nein, was]
- Wer kümmert sich um Wartung und Aktualisierungen: [Person
  oder "niemand"]
- Budget für Einrichtung und laufenden Betrieb: [Beträge]

Aufgaben:
1. Beantworte die vier Entscheidungsfragen für unseren Fall:
   wer ändert, wie oft, wie viele und wie ähnliche Seiten,
   welche Funktionen jenseits von Text.
2. Empfiehl einen der drei Wege – klassisches CMS, generierte
   statische Seiten, Baukasten – und begründe.
3. Rechne den Wartungsaufwand für die empfohlene Variante über
   drei Jahre hoch, einschliesslich unserer Arbeitszeit. Wenn
   niemand für Wartung zuständig ist, sag deutlich, was das
   für die Empfehlung bedeutet.
4. Nenne, was bei einem späteren Wechsel weg von dieser Variante
   zu erwarten wäre.
5. Nenne die zwei Punkte, an denen unsere Angaben für eine
   sichere Empfehlung nicht reichen.

Empfiehl keine konkreten Produkte.

Fazit

Ein CMS ist kein Standard, sondern eine Lösung für einen bestimmten Fall: mehrere Personen ohne technische Kenntnisse ändern regelmäßig Inhalte. Trifft das nicht zu, zahlt man Wartung und Angriffsfläche für einen Nutzen, der nicht anfällt.

Für kleine Unternehmen mit einer pflegenden Person, vielen Sprachfassungen und ohne Shop sind generierte statische Seiten fast immer die günstigere Wahl – vor allem, weil sie dauerhaft keine Wartung verlangen.

Häufige Fragen

Braucht jede Unternehmenswebsite ein CMS?

Nein. Ein Redaktionssystem löst die Frage, wie mehrere Personen ohne technische Kenntnisse regelmäßig Inhalte ändern. Wird diese Frage im Unternehmen nicht gestellt – etwa weil eine Person mit Grundverständnis pflegt oder selten geändert wird –, bringt es vor allem Wartungsaufwand und Angriffsfläche mit.

Was sind generierte statische Seiten?

Inhalte liegen als Textdateien vor, ein Programm setzt sie mit Vorlagen zu fertigen HTML-Seiten zusammen, und der Server liefert nur noch Dateien aus. Das ist schnell, weil nichts mehr berechnet wird, sicher, weil es keine Datenbank gibt, günstig im Betrieb und besonders gut für viele Sprachfassungen geeignet.

Was kostet ein CMS im Betrieb?

Der größte Posten ist nicht die Einrichtung, sondern die Wartung: Aktualisierungen von Kern und Erweiterungen, Sicherheitsprüfungen, gelegentliche Probleme nach Updates. Realistisch sind zwei bis sechs Stunden im Quartal, dauerhaft – ein Posten, der in fast jedem Angebotsvergleich fehlt.

Wann lohnt sich ein Baukasten?

Wenn schnell etwas stehen muss, kein Budget für Einrichtung vorhanden ist und niemand Wartung übernehmen kann. Zu prüfen ist vorher der Ausstieg: Ob sich Texte, Bilder und Adressstruktur vollständig exportieren lassen – sonst bedeutet ein späterer Wechsel Neuaufbau statt Umzug.

Was spricht bei vielen Sprachen für welche Lösung?

Generierte statische Seiten, weil dieselbe Vorlage mit verschiedenen Textdateien erzeugt wird und jede Änderung an der Vorlage automatisch in allen Sprachen ankommt. Klassische Systeme brauchen dafür Erweiterungen, Baukästen sind bei vielen Sprachfassungen meist schwach.

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