Entitäten aufbauen: Wie Suchmaschinen ein Unternehmen einordnen

Suchmaschinen und Antwortmaschinen arbeiten nicht mit Wörtern, sondern mit Dingen: Unternehmen, Personen, Orte, Produkte. Ob ihr als eigenständiges Ding erkannt werdet, entscheidet darüber, ob ihr in Antworten überhaupt genannt werden könnt.

Viele schwache Punkte sind durch feine Linien verbunden und laufen zu einer klar umrissenen leuchtenden Form zusammen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Entität ist ein eindeutig identifizierbares Ding – ein Unternehmen, eine Person, ein Produkt – mit Eigenschaften und Beziehungen.
  • Entscheidend ist Übereinstimmung über mehrere Quellen hinweg: Name, Adresse und Beschreibung müssen überall gleich lauten.
  • Sieben Schritte reichen für ein klares Profil, und keiner davon verlangt technische Spezialkenntnisse.
  • Der häufigste Fehler ist eine uneinheitliche Firmierung – „GmbH" hier, ohne Rechtsform dort, mit Bindestrich anderswo.

Was eine Entität ist

Bei der Zeichenfolge „TEISENDA" muss ein System entscheiden, worum es sich handelt: ein Unternehmen, ein Produkt, ein Ort, ein Kunstwort? Und wenn ein Unternehmen: welches, wo ansässig, in welchem Feld tätig, mit welchen Personen verbunden?

Ist diese Zuordnung eindeutig, seid ihr eine Entität – ein Ding mit Eigenschaften und Beziehungen. Ist sie es nicht, bleibt ihr eine Zeichenfolge, die in bestimmten Texten vorkommt. Der Unterschied entscheidet darüber, ob ein System euch als Antwort auf „welche Anbieter gibt es für X" überhaupt in Betracht ziehen kann.

Wusstest du schon?

Für den Aufbau einer Entität wiegt Übereinstimmung schwerer als Menge. Zehn Quellen, die exakt dieselbe Firmierung und Adresse nennen, wirken stärker als fünfzig mit leichten Abweichungen.

Der Grund liegt in der Aufgabe, die ein System lösen muss: Es muss entscheiden, ob „Muster GmbH", „Muster" und „Muster-GmbH" dasselbe Ding sind. Jede Abweichung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es sie als verschiedene Dinge behandelt – und dann verteilt sich das, was ihr aufgebaut habt, auf mehrere unvollständige Profile.

Die sieben Schritte

1. Eine Schreibweise festlegen

Genau eine Firmierung, genau eine Adressschreibweise, eine Telefonnummer im selben Format. Schriftlich festhalten, damit alle sie benutzen.

30 Minuten – der wichtigste Schritt

2. Organization-Auszeichnung auf der Startseite

Name, Adresse, Logo als Rasterbild, Gründungsjahr, Kontaktmöglichkeit, Verweise auf eure Profile anderswo – als JSON-LD im Kopfbereich.

1 Stunde

3. Eine Über-uns-Seite mit Substanz

Wer gegründet hat, wann, warum, wo ansässig, wie viele Personen, welches Feld. Keine Selbstbeschreibung in Adjektiven, sondern überprüfbare Angaben.

2 Stunden

4. Personen sichtbar machen

Verantwortliche mit Namen, Rolle und Bild – auf der Website und als Person-Auszeichnung. Personen sind eigene Entitäten und stärken die des Unternehmens.

1 Stunde

5. Externe Erwähnungen mit gleicher Schreibweise

Branchenverzeichnisse, Handelsregisterauszug, Fachportale, Veranstalterseiten. Jede Nennung mit exakt derselben Firmierung und Adresse.

3 bis 5 Stunden, laufend

6. Beziehungen benennen

Zu welchen Themen, Orten, Partnern und Personen steht ihr in Beziehung? Diese Verbindungen entstehen durch Inhalte, nicht durch Auszeichnung allein.

laufend

7. Ein Feld tatsächlich besetzen

Ein Themencluster mit mehreren verbundenen Beiträgen sagt deutlicher, worum es bei euch geht, als jede Selbstbeschreibung.

mehrere Monate

Vier Fehler, die den Aufbau bremsen

FehlerWirkungBehebung
Uneinheitliche Firmierungmehrere unvollständige Profileeine Schreibweise, überall nachziehen
Adresse nur im Impressumschwache Ortsbindungzusätzlich in der Auszeichnung
Keine benannten Personenfehlende VerantwortungssignaleAutor mit Rolle, Person-Auszeichnung
Zwanzig unverbundene Themenkein erkennbares FeldThemencluster statt Einzelbeiträge
Achtung Wer die Firmierung nachträglich ändert – etwa eine Rechtsform ergänzt oder einen Bindestrich entfernt –, beginnt in Teilen von vorn. Deshalb lohnt es sich, Schritt eins gründlich zu machen, bevor Schritt fünf beginnt.
Aus der Praxis

Bei einer Bestandsaufnahme fällt fast immer dasselbe auf: Die Firmierung steht in drei bis fünf verschiedenen Varianten im Netz – im Handelsregister mit Rechtsform, auf der eigenen Website ohne, in einem Verzeichnis mit Bindestrich, in einer Pressemitteilung in Großbuchstaben.

Das Aufräumen dauert einen halben Tag und wirkt langsam, aber es ist die Grundlage für alles Weitere. Eine zusätzliche Erwähnung in einer neuen Schreibweise schadet mehr, als sie nützt – sie schafft ein viertes unvollständiges Profil statt ein drittes zu stärken.

Prüfen, wie ihr eingeordnet werdet

  1. Nach dem Firmennamen suchen, abgemeldet, in einem privaten Fenster. Erscheint ein Informationskasten? Welche Angaben stehen darin, und stimmen sie?
  2. Ein Sprachmodell fragen: „Was ist [Firmenname]?" Die Antwort zeigt, ob und wie ihr eingeordnet werdet – und ob die Beschreibung stimmt.
  3. Nach dem Namen mit Rechtsform und ohne suchen. Unterschiedliche Ergebnisse sind ein Hinweis auf getrennte Profile.
  4. Die eigene Auszeichnung prüfen: Stimmen die Angaben im JSON-LD mit denen im Handelsregister und im Impressum überein?
Prompt
Hilf mir, unser Unternehmensprofil als Entität zu schärfen.

Unsere Angaben:
- Firmierung laut Handelsregister: [genau]
- Firmierung, wie wir sie auf der Website verwenden: [genau]
- Weitere Schreibweisen, die uns bekannt sind: [Liste]
- Adresse: [vollständig]
- Gründungsjahr, Gründerinnen und Gründer: [Angabe]
- Feld, in dem wir tätig sind: [Beschreibung]
- Wo wir bereits erwähnt werden: [Liste]
- Unser Organization-JSON-LD: [Block einfügen, falls vorhanden]

Aufgaben:
1. Nenne alle Abweichungen zwischen den genannten Schreibweisen
   und empfiehl genau eine verbindliche Fassung. Begründe.
2. Prüfe unser JSON-LD auf fehlende Angaben und auf Widersprüche
   zu den Angaben oben. Gib den korrigierten Block vollständig
   aus, mit [zu ergänzen] für Fehlendes.
3. Schlage fünf Arten von externen Quellen vor, in denen ein
   Unternehmen unseres Feldes und unserer Grösse sinnvoll
   verzeichnet sein sollte.
4. Formuliere eine Über-uns-Seite in Stichpunkten, die
   überprüfbare Angaben enthält statt Selbstbeschreibungen.
5. Nenne die Themen, die zu unserem Feld gehören und die wir
   inhaltlich besetzen müssten, damit unser Schwerpunkt
   erkennbar wird.

Erfinde keine Registerangaben und keine Verzeichnisse.

Fazit

Eine Entität entsteht nicht durch eine Auszeichnung, sondern durch Übereinstimmung: dieselbe Firmierung, dieselbe Adresse, dieselben Personen, dasselbe Feld – über viele Quellen hinweg.

Der erste Schritt ist der unspektakulärste und der wichtigste: eine Schreibweise festlegen und überall nachziehen. Alles Weitere baut darauf auf, und ohne diesen Schritt verteilt sich jede Anstrengung auf mehrere halbe Profile.

Häufige Fragen

Was ist eine Entität im SEO?

Ein eindeutig identifizierbares Ding mit Eigenschaften und Beziehungen – ein Unternehmen, eine Person, ein Ort, ein Produkt. Suchmaschinen und Antwortmaschinen arbeiten mit solchen Dingen statt mit Zeichenfolgen; wer nicht als eigenständige Entität erkannt wird, kommt als Antwort auf Fragen nach Anbietern nicht in Betracht.

Wie baut man eine Entität auf?

In sieben Schritten: eine verbindliche Schreibweise für Firmierung und Adresse festlegen, Organization-Auszeichnung auf der Startseite, eine Über-uns-Seite mit überprüfbaren Angaben, benannte Personen mit Rolle, externe Erwähnungen in exakt derselben Schreibweise, benannte Beziehungen zu Themen und Partnern, und ein inhaltlich besetztes Feld.

Was ist wichtiger – viele Erwähnungen oder einheitliche?

Einheitliche. Zehn Quellen mit exakt derselben Firmierung und Adresse wirken stärker als fünfzig mit leichten Abweichungen, weil jede Abweichung die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein System sie als verschiedene Dinge behandelt – und sich das Aufgebaute dann auf mehrere unvollständige Profile verteilt.

Warum sollten Personen sichtbar sein?

Weil Personen eigene Entitäten sind und die des Unternehmens stärken. Ein benannter Autor mit Rolle, Bild und Person-Auszeichnung liefert außerdem das Verantwortungssignal, das bei Themen mit Bezug zu Geld, Gesundheit oder Recht besonders zählt.

Wie prüft man, wie man eingeordnet wird?

Abgemeldet nach dem Firmennamen suchen und prüfen, ob ein Informationskasten erscheint und ob dessen Angaben stimmen; ein Sprachmodell fragen, was das Unternehmen ist; nach dem Namen mit und ohne Rechtsform suchen und auf unterschiedliche Ergebnisse achten; und die eigene Auszeichnung mit Handelsregister und Impressum abgleichen.

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