KI-Bilder im Marketing: Markenkonform statt beliebig

Der Unterschied zwischen beliebigen und markenkonformen KI-Bildern liegt nicht im Modell, sondern in einem festen Rezept: gleiche Farben, gleiche Lichtführung, gleiche Bildsprache – und eine kurze Liste dessen, was nie im Bild vorkommt.

Sechs erzeugte Formen nebeneinander, fünf in derselben Farbwelt, eine deutlich abweichend

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein festes Bildrezept – Farben, Lichtführung, Bildsprache, Verbotsliste – wirkt mehr als jeder Modellwechsel.
  • Fünf Bausteine ergeben einen brauchbaren Bildprompt: Motivkern, Farbwerte, Lichtstimmung, Bildaufbau, Ausschlussliste.
  • Die Ausschlussliste ist der wichtigste Baustein: Ohne sie erscheinen Text, Symbole und Firmenlogos, die keine sind.
  • Abstrakte Motive sind für Fachbeiträge fast immer die bessere Wahl als erzeugte Menschen.

Das Bildrezept

Ein Rezept ist eine halbe Seite und wird bei jedem Bild unverändert mitgegeben. Es enthält fünf Angaben:

1. Farbwerte, ausgeschrieben

Nicht „violett", sondern der genaue Farbwert – Modelle treffen benannte Werte deutlich zuverlässiger als Farbnamen. Zwei bis drei Hauptfarben plus eine Akzentfarbe.

2. Hintergrund

Eine feste Beschreibung, in jedem Bild identisch. Der Hintergrund macht mehr für die Wiedererkennbarkeit als das Motiv.

3. Lichtstimmung

Weiches Leuchten, harte Kanten, tiefe Schatten, filmisch? Eine Beschreibung, wortgleich wiederverwendet.

4. Bildaufbau

Viel leerer Raum, mittiges Motiv, Tiefenwirkung – und ein festes Seitenverhältnis. Bei Vorschaubildern für soziale Netzwerke 16:9 oder 1200×630.

5. Ausschlussliste

Kein Text, keine Buchstaben, keine Zahlen, keine Logos, keine Menschen, keine Symbole. Der wichtigste Teil – und der, der am häufigsten fehlt.

Wusstest du schon?

Die Ausschlussliste entscheidet stärker über das Ergebnis als die Motivbeschreibung. Ohne sie erscheinen auf erzeugten Bildern regelmäßig Buchstabenfolgen, die wie Schrift aussehen und keine sind, sowie Formen, die an Firmenlogos erinnern.

Beides ist für eine Unternehmenswebsite unbrauchbar: Falsche Schrift im Bild wirkt unseriös, und logoähnliche Formen können mit fremden Marken verwechselt werden. Die Liste gehört an das Ende jedes Bildprompts – dort wird sie am zuverlässigsten berücksichtigt.

Der Aufbau eines Bildprompts

Prompt-Aufbau
[Motivkern in einem Satz – abstrakt, keine Gegenstände]

[Hintergrund, wortgleich aus dem Rezept]
[Farbwerte, ausgeschrieben]
[Lichtstimmung, wortgleich aus dem Rezept]
[Bildaufbau: Raum, Tiefe, Anordnung]

[Ausschlussliste, wortgleich aus dem Rezept]

Der einzige Teil, der sich je Bild ändert, ist der Motivkern. Alles andere bleibt wortgleich – genau daraus entsteht die Wiedererkennbarkeit.

Motive für Fachbeiträge

Abstrakte Motive sind fast immer die bessere Wahl. Sie altern nicht, verletzen keine Persönlichkeitsrechte und wirken nicht wie Symbolbilder aus einer Datenbank.

Aussage des BeitragsAbstraktes Motiv
Etwas wird einfacherViele Elemente ordnen sich zu wenigen
Etwas fehlt an einer StelleEine durchgehende Linie bricht an einem Punkt
Zwei Wege stehen zur WahlEine Lichtquelle teilt sich in zwei Ströme
Aus wenig wird vielEin dichter Kern strahlt in viele Formen aus
Etwas Verstecktes wird sichtbarEine Fläche öffnet sich und gibt Struktur frei
Achtung Erzeugte Menschen sind bei Fachbeiträgen selten sinnvoll. Sie wirken schnell wie Symbolbilder, altern auffällig, und je nach Ausgestaltung greifen Kennzeichnungspflichten für maschinell erzeugte Inhalte, die echte Personen darstellen könnten. Für abstrakte Illustrationen gilt das nicht in gleicher Weise.

Vor der Veröffentlichung

  1. Umrechnen. Erzeugte Bilder sind oft mehrere Megabyte groß. Für Vorschaubilder 1200 Pixel breit als JPEG, für Bilder im Beitrag 1400 Pixel als WebP – das ergibt typischerweise 20 bis 80 Kilobyte statt mehrerer Megabyte.
  2. Alternativtext schreiben. Beschreibt, was zu sehen ist und was es im Zusammenhang bedeutet. Keine Wiederholung der Bildunterschrift.
  3. Maße im HTML setzen, plus height: auto im CSS – sonst springt das Layout beim Laden.
  4. Auf ungewollte Zeichen prüfen. Trotz Ausschlussliste erscheinen gelegentlich schriftähnliche Formen. Ein Blick auf das fertige Bild in voller Größe.
  5. Nutzungsrechte prüfen. Die Bedingungen des Anbieters lesen: kommerzielle Nutzung erlaubt, Kennzeichnung nötig, Weitergabe zulässig?
Aus der Praxis

Der wirksamste Handgriff für Wiedererkennbarkeit ist der Hintergrund. Wenn alle Bilder denselben tiefdunklen Grundton mit derselben Lichtstimmung haben, wirken selbst sehr unterschiedliche Motive wie eine Reihe.

Umgekehrt reißt ein einziges Bild mit anderem Hintergrund die Wirkung der ganzen Reihe. Deshalb steht der Hintergrund im Rezept an zweiter Stelle – noch vor der Lichtstimmung und deutlich vor dem Motiv.

Prompt
Hilf mir, ein Bildrezept für unsere Marke zu entwickeln und daraus
Bildprompts abzuleiten.

Unsere Vorgaben:
- Hauptfarben als Farbwerte: [Werte]
- Akzentfarbe: [Wert]
- Wie unsere Marke wirken soll: [drei Adjektive]
- Wo die Bilder eingesetzt werden: [Vorschaubilder, im Beitrag,
  Präsentationen]
- Bilder, die uns gefallen, und warum: [Beschreibung]

Beiträge, für die ich Bilder brauche:
[Liste mit Titel und Kernaussage]

Aufgaben:
1. Formuliere ein Bildrezept mit den fünf Bausteinen:
   Motivbeschreibung als Muster, Hintergrund, Farbwerte,
   Lichtstimmung, Bildaufbau. Halte es auf einer halben Seite.
2. Formuliere eine Ausschlussliste, die verhindert, dass Text,
   Buchstaben, Zahlen, Logos, Menschen oder Symbole erscheinen.
3. Leite je Beitrag aus meiner Liste einen Motivkern ab –
   abstrakt, passend zur Kernaussage, ohne Gegenstände.
4. Setze für jeden Beitrag den vollständigen Bildprompt
   zusammen: Motivkern, dann die wortgleichen Rezeptteile, dann
   die Ausschlussliste am Ende.
5. Formuliere je Bild einen Alternativtext, der beschreibt, was
   zu sehen ist.

Verwende ausschliesslich die Farbwerte, die ich genannt habe.

Fazit

Markenkonforme KI-Bilder entstehen durch Wiederholung, nicht durch bessere Modelle: gleicher Hintergrund, gleiche Farbwerte, gleiche Lichtstimmung, wortgleich bei jedem Bild. Nur der Motivkern ändert sich.

Und die Ausschlussliste am Ende jedes Prompts ist kein Zusatz, sondern der Teil, der über Brauchbarkeit entscheidet – ohne sie stehen Buchstaben im Bild, die keine sind.

Häufige Fragen

Wie werden KI-Bilder markenkonform?

Über ein festes Rezept, das bei jedem Bild wortgleich mitgegeben wird: derselbe Hintergrund, dieselben Farbwerte, dieselbe Lichtstimmung, derselbe Bildaufbau. Nur der Motivkern ändert sich je Beitrag. Die Wiedererkennbarkeit entsteht durch Wiederholung, nicht durch ein besseres Modell.

Warum ist die Ausschlussliste so wichtig?

Weil ohne sie regelmäßig Buchstabenfolgen erscheinen, die wie Schrift aussehen und keine sind, sowie Formen, die an fremde Firmenlogos erinnern. Beides ist für eine Unternehmenswebsite unbrauchbar. Die Liste gehört ans Ende des Prompts, weil Angaben dort am zuverlässigsten berücksichtigt werden.

Sollte man erzeugte Menschen verwenden?

Bei Fachbeiträgen selten. Sie wirken schnell wie Symbolbilder, altern auffällig, und je nach Ausgestaltung greifen Kennzeichnungspflichten für maschinell erzeugte Inhalte, die echte Personen darstellen könnten. Abstrakte Motive sind meist die bessere Wahl.

Welcher Teil des Rezepts wirkt am stärksten?

Der Hintergrund. Wenn alle Bilder denselben Grundton mit derselben Lichtstimmung haben, wirken selbst sehr unterschiedliche Motive wie eine Reihe – und ein einziges Bild mit abweichendem Hintergrund reißt die Wirkung der ganzen Reihe.

Was ist vor der Veröffentlichung zu tun?

Fünf Dinge: das Bild auf Auslieferungsgröße umrechnen – 1200 Pixel als JPEG für Vorschaubilder, 1400 Pixel als WebP im Beitrag; einen Alternativtext schreiben; Maße im HTML setzen plus height: auto im CSS; auf ungewollte schriftähnliche Zeichen prüfen; und die Nutzungsbedingungen des Anbieters zur kommerziellen Nutzung lesen.

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